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De La Ossa - 2009 - 01

De La Ossa J., Vogt R.C., Schneider L. & A. De La Ossa (2009): The influence of temperature on the feeding behavior of Peltocephalus dumerilianus (Testudines: Podocnemidae). – Revista MVZ Córdoba 14(1): 1587-1593.

Der Einfluss der Temperatur auf das Fressverhalten von Peltocephalus dumerilianus (Testudines Podocnemidae).

DOI: None

Dumerils-Schienenschildkröte, Peltocephalus dumerilianus, – © Eduardo Gentil
Dumerils-Schienenschildkröte,
Peltocephalus dumerilianus sp. nov.,
© Eduardo Gentil

Das Fressverhalten von 50 Peltocephalus dumerilianus Schlüpflingen (Testudines Podocnemididae) wurde unter verschiedenen Temperaturbedingungen im Labor zu untersucht. Die untersuchten Individuen von Peltocephalus dumerilianus wurden im Labor erbrütet. Nach dem Zufallsprinzip wurden die 50 Schlüpflinge in 5 Gruppen aufgeteilt.
Für die Dauer von 2 Monaten wurden Temperaturexperimente durchgeführt, wobei es pro Gruppe 3 Wiederholungen pro Woche gab.
Die Temperatur wurde über elektronische Heizsysteme geregelt und mit digitalen Thermometern (-10 bis + 60 °C (± 0.1 °C Messgenauigkeit) aufgezeichnet. Die Temperaturen wurden alle 10 min um 0,25 °C erhöht bis die eingestellte Zieltemperatur erreicht war die dann für die Dauer von 60 min. für jeden einzelnen Test beibehalten wurde. Die für die Tests ausgewählten Temperaturen betrugen 26 °C, 30 °C, 34 °C, 38 °C, bei einer Umgebungstemperatur von 26,8 °C. Die Dauer der Nahrungsaufnahme in Minuten sowie die aufgenommene Nahrungsmenge als Volumen, wurden ermittelt. Des Weiteren wurden notiert: der Zeitpunkt zu dem die Schildkröten begannen nach Futter zu suchen sowie zwei charakteristische Verhaltensweisen, nämlich Schnappen und um das Futter streiten.
Allgemein ausgedrückt ergaben sich für alle Tests signifikante Ergebnisse die zeigten, dass mit sich die Nahrungsaufnahme bei höheren Temperaturen verlängert, dass mit abnehmender Temperatur die aufgenommene Nahrungsmenge sinkt, je niedriger die Temperatur desto länger dauert die Phase bis die Schildkröten mit der Nahrungssuche beginnen. Diese Ergebnisse beweisen das ein starker Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und damit verbundenen Verhaltensweisen und der Temperatur besteht.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Was mich bei dieser Studie verwundert ist, dass die Autoren angeblich bis zu einer Temperatur von 38 °C (höchste verwendete Temperatur der Versuchsreihe) eine Zunahme der Nahrungsaufnahme nachweisen konnten. Die Vertreter der Podocnemidae leben zwar in sehr warmen Biotopen und zeigen auch mit die höchsten Pivotaltemperaturen die für Schildkröten bekannt sind (siehe Lubiana, A. & P. D. Ferreira 2009 ), allerdings gibt eine ältere Arbeit für Peltocephalus dumerilianus an, dass die Jahresdurchschnittstemperatur über 24 °C liegt und es keine größeren jahreszeitlichen Schwankungen gibt (Perez-Eman & Paolillo (1997)).

Literatur

Lubiana, A. & P. D. Ferreira (2009): Pivotal temperature and sexual dimorphism of Podocnemis expansa hatchlings (Testudines: Podocnemididae) from Bananal Island, Brazil. – Zoologia 26(3): 527-533 oder Abstract-Archiv.

Perez-Eman, J. L. & A. Paollillo O. (1997): Diet of the Pelomedusid turtle Peltocephalus dumerilianus in the Venezuelan Amazonas. – Journal of Herpetology 31(2): 173-179; DOI: 10.2307/1565384 ➚.

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